Steuererleichterungen und Corona

Was Sie jetzt beachten müssen!

Neue Steuererleichterungen und wichtige Informationen für Ihre Steuererklärung

Die wirtschaftlichen Folgen sind branchenabhängig, nicht jede Branche ist gleich betroffen. Mitte März beschloss die Bundesregierung den Schutzschild für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen. Dieser beinhaltet die Anpassungen an das Kurzarbeitergeld, vereinfachte Soforthilfen und Kredite, sowie steuerliche Liquiditätshilfen. Diese steuerlichen Liquiditätshilfen, beispielsweise in Form von Steuerstundungen, sollen schnell helfen, um Liquiditätsengpässe für betroffene Unternehmen zu vermeiden. Wenn Unternehmen in Folge der Corona-Pandemie ihre Steuerzahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer) nicht erbringen können, dann besteht die Möglichkeit diese Zahlungen zinsfrei zu stunden. Über den Antrag auf Steuerstundungen entscheidet das zuständige Finanzamt. Diese Möglichkeit besteht voraussichtlich bis zum 31.Dezember 2020.

 

Neue Steuererleichterung

Eine neue zusätzliche Steuererleichterung wurde kürzlich durch das Bundesfinanzministerium geschaffen. Sollten Sie wegen der Pandemie bei der kommenden Steuer Verluste erwarten, dann besteht die Option einen Antrag auf einen pauschalen Verlustrücktrag auf das Jahr 2019 beim Finanzamt zu beantragen. Durch diesen Antrag bekommen Sie, bei Genehmigung, pauschal 15 Prozent der Gewinn-Vorauszahlungen des Jahres 2019 zurückgezahlt. Das Finanzamt prüft welcher Gewinn für die Ermittlung der Vorauszahlungen 2019 angegeben wurde und ob Anspruch auf diese Steuererleichterung besteht. Doch Vorsicht, entscheiden Sie sich für diese Möglichkeit und reichen zeitnah Ihre Steuererklärung für 2019 ein, dann kann es zu Steuernachforderungen kommen, da in diesem Steuerbescheid der neue pauschalierte Verlustrücktrag nicht enthalten ist. Dadurch sind die geleisteten Vorauszahlungen zu niedrig und die Steuernachforderung entsteht. Durch die Abgabe der Steuererklärung für das folgende Jahr wird die richtige Steuer mit der Beantragung des Verlustrücktrags festgelegt.

Dieser Steuernachzahlung zu entgehen, ist zum einen durch eine Beantragung von zinsloser Steuerstundung bis zum endgültigen Verlustrücktrag nach der eingereichten Steuererklärung für das Jahr 2020 oder durch die Beauftragung eines Steuerberaters/ einer Steuerberaterin möglich. Beauftragen Sie eine/einen SteuerberaterIn mit der Abgabe der Steuererklärung 2019, so erlangen Sie eine automatische Fristverlängerung bis Ende Februar 2021, um die Steuererklärung 2019 einzureichen. Die Steuererklärungen für die Jahre 2019 und 2020 können zeitgleich dem Finanzamt übergeben werden, so wird der Verlustrücktrag von 2020 auf 2019 richtig bewertet und eine Steuernachforderung entfällt. Besprechen Sie alle Möglichkeiten mit dem Steuerberater oder der Steuerberaterin, um die bestmögliche Lösung zu evaluieren.

 

Investitionsabzug (§ 7 g EstG)

Wenn Sie im Jahr 2017 einen Investitionsabzugsbetrag für eine geplante Investition in das bewegliche Anlagevermögen vom betrachteten Gewinn abgezogen haben, dann müssen die geplanten Investitionen, trotz der vorherrschenden Situation, bis zum 31.12.2020 realisiert werden. Für den Investitionsabzugsbetrag besteht eine drei Jahres Frist, wird diese nicht eingehalten, dann ändert das Finanzamt rückwirkend den Steuerbescheid des Jahres 2017 und erhöht den Gewinn um den bereits abgezogenen Investitionsabzugsbetrag. Sollten Sie sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden und deshalb nicht, wie geplant investieren, dann sollten Sie dies überdenken. Die Folgen sind Steuernachzahlungen für das Jahr 2017 und zusätzlich die Zahlung von Nachzahlungszinsen.

 

Crowdfunding – Unternehmen durch Kunden und Fördere retten

Einige meist kleinere Betriebe haben zu Crowdfunding aufgerufen oder es wird anderweitig Geld für das Fortbestehen des Betriebes gesammelt. Durch eine gut vernetzte Kundschaft und großzügige Fördere kommen so häufig rettende Summen zusammen, die in der Krise hilfreich sind. Auch wenn die erhaltenen Summen aus freiwilligen Zahlungen der KundInnen oder Förderer bestehen, sind diese nicht steuerfrei. Die Summen aus dem Crowdfunding sind als Betriebseinnahmen zu kennzeichnen und dementsprechend zu versteuern.

Steuerliche Belange werden nicht ohne Grund zumeist an den/die SteuerberaterIn weitergeleitet. Die Grundsätze der Besteuerung sind trotz steuerlicher Erleichterungen nicht aufgehoben. Auch in der jetzigen Situation gibt es einiges zu beachten und besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu vermeiden.

 

Quellen: Bundesfinanzministerium unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/2020-04-01-FAQ_Corona_Steuern.html

Welche Vorteile ergeben sich für ArbeitgeberInnen?

Home-Office der Wunsch vieler ArbeitnehmerInnen, doch bei weitem keine Standardlösung

 

Home-Office, Gleitzeit, Kernarbeitszeit oder Mischmodelle?! Was untermauert das Unternehmen am besten?  

Durch die Debatte, um ein Recht auf Home-Office fühlen sich viele ArbeitnehmerInnen ernst genommen und endlich erhört. Doch in der Berichterstattung erklingen viele skeptische Stimmen auf Seiten der ArbeitgeberInnen. Es wird der Eindruck erweckt, dass die Vorteile für Home-Office für ArbeitnehmerInnen vielfältiger sind und die Arbeitgeberperspektive ausgeklammert.

 

Bestehen keine Vorteile für ArbeitgeberInnen?

Alles über Chancen, Herausforderungen und Zugewinn

 

Über die Vorteile für ArbeitnehmerInnen, wird viel berichtet:

  • Einsparung von Fahrtkosten und Fahrzeit
  • Vereinbarkeit Familie und Beruf
  • Work-Life-Balance
  • Unabhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln und Witterungsbedingungen

 

Hier generieren sich weitere Vorteile für ArbeitnehmerInnen, diese sind aber erst sekundär spürbar.

Daher lässt sich auch ableiten, dass weniger Sicht auf Home-Office von denen kommt, die es überhaupt ermöglichen – den ArbeitgeberInnen. Für viele ArbeitgeberInnen bedeutet Home-Office einen enormen Vertrauensvorschuss, der nicht unbedingt allen Angestellten gleich zu gewähren ist. Darüber hinaus schwingt Angst, die Kontrolle zu verlieren mit und diese Angst ist in gewissem Maße berechtigt. Führungspersönlichkeit vor Ort und persönlich zu beweisen stellt eine ganz andere Herausforderung dar, als online oder per Telefon. ArbeitgeberInnen, die Home-Office dauerhaft anbieten wollen, stehen in der Pflicht Ihren Führungsstil anzupassen und die Rolle des/der Vorgesetzten neu zu überdenken. Die Auflistung der Vorteile für ArbeitgeberInnen, setzt die Auseinandersetzung mit den Nachteilen oder Herausforderungen fast natürlich voraus.

 

Nachteile sind ebenso vorhanden:

  • soziale Isolation
  • kein Feierabendgefühl
  • Ablenkungen in den eigenen vier Wänden
  • weiterhin meist Kernarbeitszeit, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten

 

Herausforderungen

  • Kontrollverlust – hohes Maß an Vertrauen erforderlich
  • Genaue Planungen und Absprachen – Gefahr von doppelter Arbeit
  • Keine direkte Einsicht in Arbeitszeit
  • Kein Einfluss auf die Arbeitsumgebung des/der MitarbeiterIn (Arbeitsschutz)
  • Mangelnde Datensicherheit – DSGVO Konformität?
  • Vorgesetztenrolle überdenken
  • Ausgaben Bereitstellung notwendige Equipment
  • Abhängigkeit von Technik

 

 

Herausforderungen sind immer Chancen

Einige der hier aufgezählten Gegenargumente sind sowohl Herausforderung, als auch Chance. Sind die Weichen für erfolgreiches Home-Office gestellt, dann ist eine zusätzliche Option geschaffen, die in Ausnahmesituationen oder für bestimmte Projekte neue Möglichkeiten bietet. Home-Office, ob als dauerhafte, zeitweise oder gelegentliche Lösung, birgt Vorteile für ArbeitnehmerInnen, wie auch ArbeitgeberInnen. Die nachfolgende Liste ermöglicht Einblicke in einige Vorteile, die für ArbeitgeberInnen aus der Home-Office Option entstehen.

 

Vorteile / Zugewinn

  • Kostensenkung durch eventuelle Verkleinerung der Geschäftsräume, weniger Arbeitsmittel, Verpflegung usw.
  • Produktivitätszugewinn, bei ungestörter Arbeitsumgebung
  • Personalbindung durch zufriedene MitarbeiterInnen
  • Digitalisierung des Unternehmens
  • Unabhängigkeit von Räumlichkeiten – durch digitale Räume
  • Positives Image – Modern, Flexibel, Familienfreundlich
  • Attraktiver Arbeitgeber für neue Fachkräfte
  • Entlastung durch klare Verantwortungsbereiche
  • Eigenständigkeit der MitarbeiterInnen für höhere Kreativität

 

Nicht alle Vorteile treffen auf Ihr Unternehmen zu, aber die Liste dient als Diskussionsgrundlage, um herauszufinden, ob Home-Office als Option überhaupt in Betracht gezogen wird. Viele der Vorteile entfalten Ihre positive Wirkung auf Ihr Unternehmen erst nach einiger Zeit. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen die Sinnhaftigkeit Ihrer Arbeitsmodelle, ob Home-Office, Gleitzeit, Kernarbeitszeit oder Mischmodelle das Unternehmen effektiver und attraktiver untermauert. Mitarbeiterbefragungen, wie die Gefährdungsbeurteilung, sind hierfür das passende Mittel, um offene und konstruktive Antworten zu erhalten. Umstellungen bringen nach einer Zeit der Eingewöhnung erstaunliche Ergebnisse ans Licht. Verharren Sie nicht in alten Mustern und prüfen mit Bedacht den Ist-Zustand Ihres Unternehmens.

 

Quelle:

Frankfurter Allgemeine Zeitung (Artikel vom 12.05.2020) unter: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/auch-nach-corona-twitter-macht-home-office-zum-dauerzustand-16767158.html

Das müssen Sie beachten

Welche Auswirkungen hat die Kurzarbeit auf die betriebliche Altersversorgung?

Eine große Zahl der Unternehmen in Deutschland hat Kurzarbeit angemeldet, Tendenz steigend. Die Bedingungen und Regelungen zur Kurzarbeit wurden Mitte März vereinfacht und angepasst. Es steht die Frage im Raum, welche Auswirkungen die Kurzarbeit auf die betriebliche Altersvorsorge hat? In der Regel ist die betriebliche Altersvorsorge durch Kurzarbeit nicht betroffen, da weiterhin das Arbeitsverhältnis und dazugehörige Regelungen fortbestehen. Entscheidend sind in jedem Fall die kollektiven oder individuellen Versorgungszusagen, die im Unternehmen bestehen und die Gestaltung der Kurzarbeit. Im Folgenden werden daher nur allgemeine Möglichkeiten und Informationen vorgestellt.

 

Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld dient als steuerfreie Lohnersatzleistung, gezahlt von der Bundesagentur für Arbeit. Der Arbeitgeber zahlt das Kurzarbeitergeld und stellt anschließend den Erstattungsantrag an die Agentur für Arbeit. Zeiten, in denen der Entgeltausfall teilweise von der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird, sind bei der Ermittlung der gesetzlichen Unverfallbarkeitsfristen ohne Einschränkungen zu berücksichtigen.

 

Entgeltumwandlung

  1. Entgeltumwandlung bei reduziertem Entgelt

Die Entgeltumwandlungsvereinbarung gilt unverändert. Der Arbeitgeber steht weiterhin in der Verpflichtung, die umgewandelten Entgeltbestandteile und den gesetzlichen Zuschuss, als Beiträge abzuführen. Rechtlich und wirtschaftlich besteht kein Grund für Änderungen, da der Beitrag weiterhin durch Entgeltverzicht des Arbeitnehmers, auch bei reduziertem Entgelt, abgedeckt wird.

 

  1. Entgeltumwandlung bei Wegfall des Entgelts

Wenn kein Entgelt bezogen wird, dann ist die Entgeltumwandlung nicht mehr möglich. Das von der Bundesagentur für Arbeit gezahlte Kurzarbeitergeld wird als Entgeltersatzleistung, nicht als Entgelt definiert, demnach können daraus keine Beiträge umgewandelt werden.

Die Anwartschaft wird beitragsfrei beim Arbeitgeber fortgeführt.

Private Zahlungen von Beiträgen, durch den Arbeitnehmer, sind in den Durchführungswegen Pensionskasse, Pensionsfond und der Direktversicherung möglich.

 

Verwaltung der Betriebsrentenkonten – Schaffen Sie Arbeitserleichterung

Erneute Anpassungen im Betriebsrentengesetz sorgen leicht für Verwirrung, gerade in unsicheren Zeiten fehlt oft die Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Genauso, wie Sie bei rechtlichen Fragen einen Anwalt oder bei medizinischen Fragen eine Ärztin konsultieren, so liegt es nahe einen Spezialisten im Bereich betriebliche Altersvorsorge zu Rate zu ziehen. Durch ein funktionierendes Pensionsmanagement, übernehmen Experten im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge die Verwaltung der Betriebsrentenkonten Ihrer Angestellten und sorgen für die notwendige Dokumentation. Pensionsmanagement sorgt dafür, dass Sie gedanklich frei sind und Ihre Zeit und Energie anderweitig platzieren können.

Es liegt der Irrglaube vor, dass Pensionsmanagement, betriebliches Gesundheitsmanagement oder auch Betriebliches Eingliederungsmanagement nur etwas für große Konzerne ist. Doch allen liegt eine gesetzliche Grundlage und Ihre Fürsorgepflicht als Arbeitgeber zugrunde. Die Menge an gesetzlichen Anforderungen erschwert es, sich in allen Bereichen ausreichend auszukennen und so bleiben einige Anforderungen auf der Strecke und damit ein potentielles Risiko. Professionelle Unterstützung, Beratung und Durchführung sind auf Budget, Betriebsgröße und Ihre Wünsche anpassbar. Professionelle Unterstützung sorgt in jedem Falle für Ihre Arbeitserleichterung, Rechtssicherheit und schafft Freiraum für Ihre eigentliche Arbeit als Unternehmer oder Unternehmerin. Im Rahmen des Pensionsmanagements wird der Ist-Zustand betrachtet und das Risiko von beispielsweise fehlenden Dokumenten oder etwaige Nachschusspflichten aufgedeckt und behoben.

Behalten Sie die betriebliche Altersvorsorge Ihrer MitarbeiterInnen im Blick. Denn in der Corona-Pandemie sind Ihre MitarbeiterInnen, wie Sie besorgt. Durch Konstanz in der betrieblichen Altersvorsorge und klare Antworten auf deren Fragen werden Sorgen gemildert. Ein verlässliches Pensionsmanagement unterstützt Sie in der Kommunikation mit Ihren Angestellten und schafft Unklarheiten aus dem Weg.

Kennen Sie die Unterschiede?

Wichtige Informationen rund um Schutzmaßnahmen, Steuer und Unfallversicherung!

Ganz selbstverständlich sprechen wir von der Arbeit im Home-Office, doch arbeiten Ihre Angestellten nicht eher im Mobile-Office? Zu Beginn der Corona-Pandemie wurden die ArbeitgeberInnen angehalten, sinnvolle Einigungen mit Ihren Angestellten zu treffen, um persönlichen Kontakt zu vermeiden. Für einige Berufsgruppen bot sich das Home-Office an und die Arbeit wurde kurzerhand in heimische Wohnzimmer und an den Küchentisch verlegt.

 

Home-Office (Telearbeit)

Der Begriff Home-Office wird sehr selbstverständlich verwendet, dabei kennt die klaren Abgrenzungen zu dem eher selten verwendeten Begriff Mobile-Office kaum einer. Home-Office (veraltet Teleheimarbeit) bezeichnet das ortsgebundene Arbeiten von zu Hause aus.  Hier erweist sich der Begriff ortsgebunden als relevant, denn es wird von einem Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden, in Form eines festen Arbeitsplatzes am Schreibtisch oder im dafür vorgesehenen Büroraum ausgegangen. Jedoch verfügen die wenigsten ArbeitnehmerInnen über derartige Räumlichkeiten. In der Praxis wird der Begriff regelmäßig als Oberbegriff für verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten der Arbeit von zu Hause verwendet und verliert so an Trennschärfe.

Gerade im Hinblick auf die jeweils zu beachtenden Schutzvorschriften ist eine Differenzierung immens wichtig. Home-Office (Telearbeit) erfordert klare Rahmenbedingungen, die im Arbeitsvertrag oder in einer Zusatzvereinbarung geregelt werden müssen. Zudem setzt Home-Office die feste Einrichtung eines Arbeitsplatzes voraus und dieser unterliegt den Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung.

 

Mobile-Office

Beim Modell Mobile-Office bewegt sich der Arbeitsplatz mit dem/der ArbeitnehmerIn. Im Vertrieb oder Branchen, in denen viele Dienstreisen anfallen ist häufig die Rede von Mobile-Office. Mobiles Arbeiten meint, dass die Angestellten zeitweise an beliebigen Orten ihre Arbeit verrichten, ohne dafür einen festen Arbeitsplatz im privaten Raum oder im Unternehmen zu benötigen. Es wird im Zug, Hotel, Café oder eben in der Corona-Pandemie spontan am Esstisch oder im Garten gearbeitet. Da hier kein fest eingerichteter Arbeitsplatz geschaffen und genutzt wird unterliegt das Arbeiten im Mobile-Office nicht dem Anwendungsbereich der Arbeitsstättenverordnung.

 

Home-Office – Steuererleichterung – Kleiner Überblick

Die Frage zur steuerlichen Betrachtung von Räumen, die für das Home-Office genutzt werden, wird sicherlich aufkommen. Auch die Zeiten des Home-Office während der Corona-Pandemie sind unter Umständen steuerlich absetzbar. Das genutzte häusliche Arbeitszimmer muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, beispielsweise die hauptsächliche Nutzung für die private Erwerbstätigkeit. Das Arbeitszimmer sollte aussehen wie ein Büro – ein Fernseher oder eine Schlafcouch machen es zum Gästezimmer. Dieser Logik folgend sind auch Arbeitsecken am Esstisch oder Wohnzimmer nicht steuerlich absetzbar, da die Funktion nicht ausschließlich der eines häuslichen Arbeitszimmers dient. Häusliche Arbeitszimmer müssen per Definition abgegrenzt und abschließbar sein.

In welcher Höhe die Kosten für ein Home-Office steuerlich absetzbar sind hängt auch mit dem zeitlichen Nutzungsumfang des Arbeitsplatzes zusammen. Steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung und das Home-Office wird mindestens 5 Tage die Woche genutzt, dann ist eine volle steuerliche Absetzung der Raumkosten als Werbungskosten möglich. Bei 3 Tagen qualitativ gleichwertiger Arbeit im Home-Office ist das Home-Office ebenfalls absetzbar. Bei Fragen rund um die steuerliche Absetzbarkeit ist immer der/die SteuerberaterIn zu konsultieren.

 

Unfallversicherung im Home-Office? 

Home-Office, sowie mobile Arbeit stehen grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Versicherungsschutz greift aber nur dann, wenn der Schadensfall im direkten Zusammenhang mit der tatsächlichen Arbeitstätigkeit steht. Unfälle ohne direkten Bezug zur Arbeitstätigkeit sind auf anderem Wege zu versichern, die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht.

Mobile-Office oder Home-Office? Bei beiden Modellen stehen Sie als ArbeitgeberIn in der Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Angestellten. Es erwächst in beiden Fällen die Verpflichtung genau zu überprüfen, ob der Home-Office-Arbeitsplatz Gefährdungen vorweist. Da Sie nicht vor Ort sind müssen Sie sich auf Ihre Angestellten verlassen, sowie regelmäßigen Kontakt pflegen und mit einer individuellen Gefährdungsbeurteilung Ihren Pflichten nachkommen.

 

Schutzmaßnahmen

Für beide Arbeitsmodell Home-Office und Mobile-Office gilt grundsätzlich das Arbeitsschutzgesetz, damit einhergehend die Verpflichtung zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung. Diese dient als ein geeignetes Mittel, um die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes zusätzlich zu gewährleisten. Insbesondere die Einhaltung der Pausen ist zu beachten, um Stress und Erschöpfung entgegenzuwirken. Die Regelungen der Bildschirmarbeitsverordnung sind dann zu beachten, wenn Ihre Beschäftigten regelmäßig Arbeitsgeräte wie Laptop, Tablet oder auch Smartphone für die Arbeit verwenden.

 

 

Quellen:

  • Haufe.de – Häusliches Arbeitszimmer unter: https://www.haufe.de/thema/haeusliches-arbeitszimmer/ (Recherche am 12.05.2020)
  • VBG-Unfallversicherung – unter: http://www.vbg.de/DE/3_Praevention_und_Arbeitshilfen/2_Themen/02_Arbeitsstaetten_gestalten/7_Arbeitsstaettenverordnung_2016/Arbeitsstaettenverordnung_node.html (Recherche am 12.05.2020)
  • Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik – unter: https://www.bghw.de/presse/newsletter/newsletter-3-2018/homeoffice-oder-telearbeit (Recherche am 25.05.2020)

Fürsorgepflicht des Arbeitgebers simpel gestalten und umsetzen (kostenlose Teilnahme)

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ist umfangreich. Alle Anforderungen rechtsicher abzuhandeln, stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Dabei gibt es eine einfache Lösung gerade für KMU. Wie die richtige Gefährdungsbeurteilung Sie in der Erfüllung dieser Pflichten nicht nur unterstützt, sondern gänzlich entlastet, erfahren sie im Virtual Talk mit unserer Expertin für Gefährdungsbeurteilungen und betriebliches Gesundheitsmanagement Daniela Hagebölling.

Hier werden nicht nur alle wichtigen Inhalte der Fürsorgepflicht aufgezeigt. Wichtig ist vor allem, welche Vorteile Unternehmen daraus gewinnen und sich zu nutzen machen sollten.

Wir laden Sie ein, kostenlos am Virtual Talk teilzunehmen. Lassen sie sich aufzeigen, was Sie federleicht vereinfachen können.

 

elipsLife Virtual Talk: Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Klicken Sie auf den Link, um zu dem geplanten Termin am Webinar teilzunehmen:

Referentin: Daniela Hagebölling, Hagebölling & Kollegen Unternehmensberatung

Dienstag, 9. Juni 2020, 10:30 – 11:00 MESZ

https://attendee.gotowebinar.com/register/8759244396699305230

 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Ergebnisse der Studie „Was das Arbeiten im Home-Office mit uns macht“ der Universität Konstanz (2020)

Viele ArbeitnehmerInnen befinden sich gerade im Home-Office und das nicht geplant, sondern in den meisten Fällen kurzfristig und aufgrund der Corona-Pandemie. Aus diesem Anlass untersuchen die Organisationsforscher Prof. Dr. Florian Kunze und Sophia Zimmermann, der Universität Konstanz, wie sich das Arbeitsverhalten von Beschäftigten ändert, die infolge des Corona-Virus im Home-Office arbeiten. Eine der zentralen Fragen der Studie ist, wie sich die ungewohnte Arbeitssituation auf die Arbeitsleistung und die psychische Verfassung der Angestellten auswirkt?

Aus der Studie lassen sich wichtige Informationen für Führungskräfte ziehen, um die Produktivität und Gesundheit der MitarbeiterInnen im Home-Office zu fördern. Ab dem 30. März wurden ca. 700 MitarbeiterInnen, die zurzeit im Home-Office arbeiten zu ihrer Einschätzung der Situation befragt. Deutlich wird, dass deutsche ArbeitnehmerInnen mit dem Arbeiten von zu Hause weniger vertraut sind, denn für 35 Prozent der Befragten ist die jetzige Situation völlig neu, lediglich die Hälfte der Befragten hat ein wenig Erfahrung mit der Arbeit im Home-Office. Für die meisten Arbeitgeber fehlte die notwendige Planung, um alle MitarbeiterInnen auf die neue Situation vorzubereiten. Die Umstellung scheint jedoch gut verlaufen zu sein.

 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

 

Kommunikation

Ein enorm wichtiger Faktor im Home-Office ist die Kommunikation, da durch die Abwesenheit im Büro andere Kanäle und vor allem neue Kanäle genutzt werden, um einen effizienten Arbeitsablauf zu gewährleisten. Zu empfehlen ist es die Bedürfnisse der Beschäftigten und ebenso die Erfordernisse der Arbeitsabläufe, im Blick zu behalten. Unerlässlich ist eine gute und regelmäßige Kommunikation, egal über welchen Kommunikationskanal.

  • 90 % halten konventionelle Mittel, wie E-Mail ausreichend
  • 28 % nutzen Videoanwendungen für die Kommunikation mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten

 

Strukturiertes Arbeiten

Im Home-Office fehlen viele der Strukturen, die im Büro ganz selbstverständlich erscheinen. Die Arbeit von zu Hause erfordert ein gewisses Maß an Eigenmotivation und Disziplin, denn es lauern in den eigenen vier Wänden viele Ablenkungen. Anders als manch Arbeitgeber befürchtet haben mag, scheint die Leistung der Beschäftigten darunter nicht zu leiden.

  • 45 % geben an, dass sie, laut eigener Wahrnehmung, sehr produktiv arbeiten

 

Work-Life-Balance

In jeder Debatte um die Vorteile und Nachteile des Home-Office wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als eines der Hauptargumente der ArbeitnehmerInnen genannt.

  • 77 % sehen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, durch die Arbeit von zuhause, erleichtert
  • 1/3 der Befragten fühlt sich im Homeoffice sozial isoliert

 

Einklang von Gesundheit, Arbeitsschutz und effektiven Strukturen

Gerade bei MitarbeiterInnen, die ein Isolationsgefühl verspüren ist es wichtig regelmäßig den Kontakt zu den KollegInnen zu gewährleisten. Auch im Home-Office ist es besonders wichtig die psychische und physische Gesundheit zu beachten und arbeitsschutzrechtliche Regelungen einzuhalten. Hier ist das gesetzliche Mittel die Gefährdungsbeurteilung. Durch die Gefährdungsbeurteilung werden die Struktur, Ausstattung und die nötigen Ressourcen, des Home-Office Platzes beachtet. Führungskräfte müssen auch die individuelle Situation Ihrer MitarbeiterInnen im Blick behalten.

Die Zeit nach der Corona-Pandemie muss dafür genutzt werden, zu evaluieren, inwieweit das Home-Office auch weiterhin eine Option für das Unternehmen bleibt. Keinesfalls sollten die gesammelten Erfahrungen ungenutzt bleiben.

 

Zukunftsmodelle im Homeoffice

Durch das Modell des alternierenden Home-Office wird abwechselnd zu Hause und im Unternehmen gearbeitet. So nutzen Unternehmen Vorteile des Home-Office und der Arbeit im Büro. Bei der alternierenden Telearbeit ist es außerdem möglich, einen Arbeitsplatz im Unternehmen mehreren Beschäftigten gleichzeitig zur Verfügung zu stellen, der dann von ihnen zu unterschiedlichen und miteinander abgesprochenen Zeiten genutzt wird. So werden im Unternehmen Kosten und Ressourcen eingespart. Über weitere Vorteile, aber auch über zu bedenkende Nachteile, werden Sie in den folgenden Newsbeiträgen informiert.

 

Bildquelle: Factsheet Homeoffice Universität Konstanz (https://www.uni-konstanz.de/typo3temp/secure_downloads/64520/0/1627adf7b35205138d46c38bc7192956952f63f7/factsheet-homeoffice.pdf)

 

Quelle:

  • Website der Universität Konstanz unter: https://www.uni-konstanz.de/universitaet/ueber-die-universitaet-konstanz/exzellenzinitiative-und-strategie/in-den-medien/presseinformationen/presseinformationen-detail/was-das-arbeiten-im-home-office-mit-uns-macht/ veröffentlicht am  04.2020 (Recherche am 07.05.2020)
  • Website der Universität Konstanz unter: https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/aktuelle-meldungen/aktuelles/was-das-arbeiten-im-home-office-mit-uns-macht/ (Recherche am 25.05.2020)
  • Website der Universität Konstanz unter: https://www.uni-konstanz.de/typo3temp/secure_downloads/64520/0/1627adf7b35205138d46c38bc7192956952f63f7/factsheet-homeoffice.pdf (Recherche am 25.05.2020)

Wir informieren Sie über Anpassungen im Betriebsrentengesetz.

Das Coronavirus sorgt für viele Änderungen und Probleme, doch die Welt dreht sich weiter. Gerade in solchen Zeiten, bedarf es eines verlässlichen Partners, der Sie informiert und Ihnen den Rücken freihält. Aus diesem Grund möchten wir Sie über eine wichtige Gesetzesänderung informieren, die zurzeit als Referentenentwurf vorliegt und nur noch vom Bundesrat bewilligt werden muss. Wenn der Gesetzesentwurf voraussichtlich am 5.06.2020 den Bundesrat passiert hat, dann wird das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt am nächsten Tag in Kraft. Darauf müssen Sie vorbereitet sein.

Das Gesetz birgt einige Unklarheiten und es könnte zu Kollisionen mit dem bisherigen Gesetzestext, insbesondere §4 BetrAVG kommen. Das Gesetz scheint von einem Regelfall auszugehen, der beitragsorientierten Leistungszusage im Durchführungsweg der Direktversicherung und der Pensionskasse, allerdings werden so die anderen Durchführungswege und Zusagearten nicht berücksichtigt. Eine wesentliche Anpassung die durch dieses Gesetz in Kraft treten würde ist, dass die versicherungsvertragliche Lösung bei Direktversicherungen und dem Durchführungsweg der Pensionskasse zum Standardverfahren würde. Bei Ausscheiden der ArbeitnehmerIn aus Ihrem Betrieb greift die versicherungsvertragliche Lösung, außer es sind Beitragsrückstände vorhanden.

 

Versicherungsvertragliche Abgrenzung?

Scheidet ein Arbeitnehmer, dem durch eine Direktversicherung mit beitragsorientierter Leistungszusage (BOLZ) eine betriebliche Altersvorsorge zugesagt wurde, vorzeitig aus dem Unternehmen aus, dann errechnen sich die erdienten Anwartschaften von Beginn des Beschäftigungsverhältnisses an. Unabhängig davon, wann die Beitragszahlung begründet wurde. Laut jetziger Rechtsprechung kann der Arbeitgeber diesen Betrag (bei BOLZ) innerhalb von drei Monaten, abgrenzen (§2 Abs.2 S.2 BetrAVG), sodass die Rentenleistung sich aus dem Wert und Inhalt des Versicherungsvertrages ergibt. Hier gelten einige Bedingungen, wie beispielsweise die vollständige Einzahlung der zustehenden Monatsbeiträge, kein Vorliegen von Pfändungen u.a.

Wird diese Abgrenzung nicht innerhalb von drei Monaten verlangt, dann verbleibt der Versicherungsvertrag beim Arbeitgeber und dieser muss bis zum Beginn der Rentenzeit aufbewahrt werden. Wird die Abgrenzung nicht vorgenommen, dann können auch für die Zeiten aus früheren Beschäftigungsverhältnissen oder anderen Umständen Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber entstehen. Die Haftung verbleit somit beim Arbeitgeber.  Diese oben beschriebene Abgrenzung (versicherungsvertragliche Lösung) soll nun zum Automatismus, bei Direktversicherung mit beitragsorientierter Leistungszusage und der Pensionskasse, werden.

In §2 Abs.2 S.2 Betriebsrentengesetzes wird der Wortlaut „auf Verlangen des Arbeitgebers“ gestrichen, dies führt dazu, dass Sie, als Arbeitgeber, vorher Reglungen und klare Abgrenzungen in der Versorgungszusage geschaffen haben müssen. Die Neuregelung soll auch für bereits vor der Gesetzesänderung ausgeschiedene MitarbeiterInnen Anwendung finden.

Es bleiben einige Fragen offen, wie wird das Verfahren bei den anderen Durchführungswegen und Zusagearten, insbesondere der Beitragszusage mit Mindestleistung aussehen und ist so eine Gleichbehandlung der Durchführungswege überhaupt noch möglich?

 

Quellen:

  • Bundesministeriums für Arbeit und Soziales – Referentenentwurf unter: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Gesetze/Referentenentwuerfe/ref-aenderung-betriebsrentengesetz-zweite-anhoerung.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (Recherche am 12.05.2020)
  • Website bAV heute unter: https://www.bavheute.de/recht-und-politik/gute-nachricht-fuer-den-mittelstand-mehr-haftungssicherheit-bei-direktversicherungen/?utm_source=newsletter&utm_medium=email (Recherche am 14.05.2020)

Einfache Schritte und Tipps um erfolgreich in die „jetzige Normalität“ zu finden

Aufatmen?! Nach und nach können einige Betriebe die Arbeit wieder aufnehmen, andere nicht und einige arbeiten unter gesonderten Richtlinien oder im Home-Office. Durch die einheitlichen Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben Betriebe, die jetzt öffnen, klare Richtlinien zur Umsetzung an die Hand bekommen. Natürlich müssen auch Betriebe, die nicht von einer kompletten Schließung betroffen waren, umrüsten und die Schutzmaßnahmen umsetzen. Wir haben in diesem Beitrag wichtige Tipps und Hilfestellungen zusammengefasst, damit Sie den „Neustart“ so einfach wie möglich umsetzen und gestärkt den Betrieb langsam, aber erfolgreich, wieder hochfahren.

  1. Schritt – Rahmenbedingungen schaffen

Die richtige und durchdachte Umsetzung der Maßnahmen schützt vor erneuten Schließungen, reduziert das Infektionsrisiko und hilft vor allem dabei, das Geschäft wieder anzukurbeln und weitere Verluste zu vermeiden.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfordert Planung, Zeit und Materialien. Diese drei Komponenten sind nicht zu unterschätzen, denn je nach Größe des Betriebes müssen beispielsweise mehr Arbeitsplätze umgestaltet werden, dass bedeutet mehr Material und mehr helfende MitarbeiterInnen, die auch ausreichend Schutzausrüstung benötigen. Wenn die Arbeitsplätze und die Räumlichkeiten umgestaltet sind, dann gilt es ausreichend Desinfektionsmittel, Schutzmasken usw. einzuplanen, um für einen bestimmten Zeitpunkt die Weiterführung des Betriebes zu gewährleisten. Es sollten Informationsschreiben und Aushänge für MitarbeiterInnen aufgesetzt werden.

Die neuen Arbeitsschutzstandards schreiben unter anderem auch vor, den Kontakt mit weiteren Personen so gering wie möglich zu halten, deshalb wird Schichtarbeit, weiterhin Home-Office und auch Umverteilungen an verschiedene Arbeitsplätze vorgeschlagen. Es empfiehlt sich, bei der Umsetzung der Maßnahmen eine/n MitarbeiterIn mit der Planung und Einhaltung im weiteren Verlauf zu beauftragen.

Die umgesetzten Maßnahmen sollten im besten Fall dokumentiert werden, obwohl offiziell keine Dokumentationspflicht besteht.

Die Vorteile sind: Sie behalten den Überblick, können an geeigneter Stelle nachbessern und haben im Fall der Fälle Nachweise in schriftlicher Form.

 

  1. Schritt – Neustart sinnvoll nutzen

Die Krise stellt alle vorherigen Strukturen auf den Prüfstand, aber daraus lassen sich auch Vorteile ziehen, denn alle Strukturen werden jetzt optimiert und es zeigen sich neue Wege und Möglichkeiten. Es ist wichtig nicht an alten Strukturen festzuhalten und sich auf andere Arbeitsweisen einzulassen. Zu Beginn sollte eine Bestandsaufnahme erfolgen, ob die Liquidität ausreicht oder kurzfristige Maßnahmen, wie staatliche Hilfen (Soforthilfen, Kredite der KfW-Bank), Kurzarbeit oder steuerliche Erleichterungen beantragt werden müssen. Vorausschauend sollte ein Notfallplan bereitgehalten werden, falls eine erneute Schließung vorgeschrieben werden sollte.

Die Produktion sollte dahingehend analysiert werden, ob bestimmte Produkte besonders nachgefragt werden oder keine Nachfrage vorhanden ist.  Können Produkte angepasst werden oder attraktiver angeboten werden? Ist die Einrichtung von kurzfristigen telefonischen Bestellungen oder längerfristig eines Onlineshops möglich? Können die Produkte geliefert werden oder ein Abholsystem mit wenig Kontakt genutzt werden?

  1. Schritt – „Wir sind wieder da!“

Schon immer wichtig und in dieser besonderen Zeit noch viel mehr – Kundenbindung! Informieren Sie Ihre Kunden und Geschäftspartner darüber, dass Sie wieder da sind. Ihre Kunden müssen wissen, dass Sie wieder geöffnet haben und über die Einkaufsbedingungen informiert werden.

Bei Unternehmen, die handwerkliche Dienstleistungen anbieten und im Haus oder Garten der Kunden arbeiten, empfehlen sich vertrauensbildende Maßnahmen zum Beispiel: die Kunden über die Schutz-, und Vorsichtsmaßnahmen ausreichend informieren, damit keine Verunsicherung bei Arbeiten in Haus und Garten aufkommt.

Unerlässlich ist es jetzt alle vorgeschriebenen Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (hier: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Schwerpunkte/sars-cov-2-arbeitsschutzstandard.pdf?__blob=publicationFile&v=2) umzusetzen. Die Situation erfordert es, über den Tellerrand herauszudenken und kreative Lösungen zu schaffen!

Finanzielle Unterstützung durch das Programm Förderung unternehmerischen Know-hows“

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die Teilnahmebedingungen der Förderprogramme, an die derzeitige Lage angepasst. Die BAFA reagiert somit auf die Situation vieler Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind. Viele Unternehmen stehen vor großen Problemen, wie Ausfall von Kunden und Arbeitskräften, verkürzte oder stark eingeschränkte Öffnungszeiten, zeitweise komplette Schließungen oder auch Mangel an Materialien für die Produktion. Jedes Unternehmen ist in irgendeiner Weise betroffen und einheitlich wird sich keine Lösung finden, die allen an der richtigen Stelle hilft. Hier helfen nur spezielle Lösungsansätze, die durch individuelle Beratung erarbeitet werden.

 

Eine externe Unternehmensberatung überzeugt mit dem großen Vorteil, dass der Blick auf die Strukturen und Situation im Unternehmen ein anderer ist, als bei einer internen Person. Nutzen Sie die andere Perspektive um neue und andere Wege zu gehen, gerade in diesen Zeiten. Das Förderprogramm ermöglicht finanzielle Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Beratungsdienstleistungen und ist so angepasst worden, dass gerade jetzt schnelle Hilfe ermöglicht wird. Ausschließlich konzeptionelle und individuelle Beratungsleistungen sind förderfähig. Seit dem 3. April 2020 ist die Beantragung von Beratungen (Beratungswert von bis zu 4.000,00 EUR) für von Corona betroffene kleine und mittlere Unternehmen, sowie Freiberufler bei der BAFA möglich.

 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die bestehenden Richtlinien angepasst und als Ergänzung die Hilfe für von Corona betroffene KMU und Freiberufler eingeführt. Die am 3. April in Kraft getretenen Anpassungen gelten voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2020.

 

 

Förderprogramm zur Förderung unternehmerischen Know-hows

Diese neuen Ergänzungen gibt es:

Das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ wird, im Zuge der Krise, zum Sofortprogramm für schnellere und unbürokratische Hilfe. Das Förderprogramm bietet finanzielle Unterstützung bei Inanspruchnahme von Unternehmensberatung. Gerade jetzt ergeben sich aus der Corona Krise neue betriebswirtschaftliche Fragen, die professionell beantworte werden müssen.

 

  1. Antragsberechtigt sind Unternehmen und Freiberufler, die von wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus nachweislich betroffen sind. Die konkreten Auswirkungen und der Zusammenhang zum Coronavirus müssen im Beratungsbericht klar dargelegt werden. Der/die UnternehmensberaterIn muss die Maßnahmen nachvollziehbar darstellen.

 

  1. Das ansonsten verpflichtende Gespräch mit einem der regionalen Ansprechpartner entfällt, wird aber weiterhin empfohlen. Denn auch in diesen Gesprächen vor der Antragsstellung werden wichtige Fragen geklärt.

 

  1. Der finanzielle Zuschuss beträgt abweichend für alle von der Corona-Krise betroffenen KMU und Freiberufler den vollen in Rechnung gestellten Beratungskostenbetrag, bis max. 4000 EUR. Zu den förderfähigen Beratungskosten gehören neben dem Honorar auch Auslagen und Reisekosten der BeraterInnen, jedoch nicht die anfallende Umsatzsteuer.

 

  1. Die betroffenen Unternehmen müssen keine Vorfinanzierung leisten, da der Zuschuss von der BAFA direkt an das Beratungsunternehmen überwiesen wird.

 

  1. Es ist möglich mehrere Beratungen in Anspruch zu nehmen, wenn der Bezug zu den wirtschaftlichen Folgen durch das Coronavirus besteht.

 

  1. Bereits erhaltene Zuschüsse für andere Beratungen müssen, im Rahmen der De-minimis-Erklärung, angegeben werden. Darüber hinaus haben andere Beratungsleistungen keinen Einfluss auf die Förderung.

 

Die Anträge sind, bis einschließlich 31. Dezember 2020, einzureichen. Alle wichtigen Informationen, Neuerrungen und vorherrschenden Rahmenbedingungen, die weiterhin zu erfüllen sind, finden Sie unter www.bafa.de. Auf der Website des Bundesministeriums finden Sie das Antragswesen für die Förderung.

 

 

Quellen:

In herausfordernden Zeiten auf die Gefährdungsbeurteilung verlassen

 

Sind Sie sich Ihrer Fürsorgepflicht als Arbeitgeber bewusst?

Das eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, gegenüber den ArbeitnehmerInnen besteht ist hinlänglich bekannt, aber was bedeutet das genau? Oft sind gerade die Dinge, die wir für bekannt und selbstverständlich halten, nicht ganz klar oder werden nicht ausreichend ernst genommen. Diese herausfordernde Zeit, in der sich alle Unternehmen gerade befinden zeigt uns, dass nichts selbstverständlich ist. Es wird umgedacht, Werte verschoben, Arbeitsmethoden angepasst, Digitalisierung vorangetrieben, aber gleichzeitig auf Post und Telefon verlassen und insgesamt wird eines deutlich, die Sorge um die Gesundheit bestimmt einen Großteil davon.

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ist eine Grundkomponente des Arbeitssystems, so wie der Arbeitnehmer eine Treuepflicht (Verschwiegenheit und Weisungsbefugnis) zu erfüllen hat, so ist der Arbeitgeber in der Pflicht, die Fürsorge zu übernehmen. Die Fürsorgepflicht muss nicht explizit im Arbeitsvertrag genannt werden und darf in keinem Falle ausgeschlossen oder begrenzt werden.

 

Was Rückt die Führsorgepflicht im Moment so in den Fokus?

Die Fürsorgepflicht wird schnell ausschließlich auf die Gesundheit bezogen, weshalb gerade jetzt dieser Pflicht nachgegangen werden muss. Infektionsschutzmaßnahmen sind verpflichtend und im eigenen Interesse, zur Aufrechterhaltung des Betriebes und im Sinne des Schutzes von MitarbeiterInnen und KundInnen nicht wegzudenken. Oftmals wird vergessen, dass die Fürsorgepflicht viel weiter darüber hinaus geht. Die Fürsorgepflicht ist so vielfältig, wie die verschiedenen Vorschriften und Gesetze, aus denen sie abzuleiten ist. Im Bundesgesetzbuch unter § 618 ist die Verpflichtung zu Schutzmaßnahmen geregelt, bei deren Nichteinhaltung Schadensersatzregelungen vorgesehen sind. Bei Nichteinhaltung der Fürsorgepflicht sind in besonders schwerwiegenden Fällen auch Strafverfahren oder Geldbußen möglich.

Die weiteren Fürsorgepflichten ergeben sich aus diesen Gesetzen und Vorschriften:

  • Arbeitsschutzgesetz
  • Arbeitszeitgesetz
  • Arbeitsstättenverordnung
  • Mutterschutzgesetz
  • Unfallverhütungsvorschriften der einzelnen Berufsgenossenschaften
  • Allgemeines Gleichstellungsgesetz
  • Datenschutzgrundverordnung

 

Die Gefährdungsbeurteilung als größte Unterstützung

Es ist nicht notwendig bei der Vielzahl an Vorschriften, in Panik zu verfallen, sondern sich der Verantwortung einmal mehr bewusst zu werden. Viele Arbeitgeber wissen nicht, dass durch die richtige Durchführung der Gefährdungsbeurteilung der Großteil der Fürsorgepflichten logisch zusammengefasst und umsetzbar gemacht wird. Darüber hinaus ergeben sich viele Verbesserungspotentiale und Kostenfresser werden aufgedeckt. Wir übernehmen für Sie die Erstellung einer passgenauen Gefährdungsbeurteilung, diese beinhaltet die Überprüfung der Umsetzung, der oben genannten Gesetze und Vorschriften. Bei Auffälligkeiten unterstützen wir Sie bei der Umsetzung der Maßnahmen.

 

 

Fürsorgepflicht in der Corona-Krise

Die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen fällt unter die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.  Schwerwiegende Arbeitsausfälle, erneute Schließungen durch Neuinfektionen oder Verdachtsfälle sollen dadurch vermieden werden. Die Fürsorgepflicht verfolgt so gleichermaßen ein Eigeninteresse, wie auch ein Fremdinteresse.

Das Eigeninteresse des Arbeitgebers ist die Vermeidung von Betriebsausfall und Sanktionen durch die Gefährdung der MitarbeiterInnen.

Das Fremdinteresse liegt bei den MitarbeiterInnen, sich in allen Bereichen auf den Arbeitgeber verlassen und vertrauen zu können.

Die Empfehlung war und ist, wenn möglich die MitarbeiterInnen im Home-Office weiterarbeiten zu lassen. Doch wie sieht eigentlich die Realität aus? Die wenigsten haben ein ausgestattetes Arbeitszimmer, sondern arbeiten am Esstisch. Die neuen Schutzmaßnahmen, neue Home-Office Möglichkeiten oder neue Aufgabenbereiche erfordern eine Neubetrachtung des Ist-Zustandes. Die Gefährdungsbeurteilung gibt daraufhin Auskunft über die Einhaltung der Maßnahmen, die Zufriedenheit und gesundheitliche Situation der MitarbeiterInnen, um vorschriftsgemäßes Weiterarbeiten zu gewährleisten. Zudem wird die Effektivität der Home-Office Strukturen offengelegt und somit ein direktes Feedback gegeben, ob und in welchem Bereich Optimierungen angebracht werden müssen.

 

Zum Thema Home-Office folgen in Kürze informationsgeladene und hilfreiche News. Bleiben Sie gesund!


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